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Wir wollen nicht lang um den heißen Brei reden. Einen geeigneten Kitaplatz in Berlin zu finden ist eine Herausforderung. Oft sprechen wir mit Kunden die eine Immobilie in Berlin Kaufen oder Mieten wollen und für die die Nähe zu einer guten Kita wichtig ist. Doch in Berlin gibt es zu wenig Kitaplätze. Zwar schafft der Senat neue Plätze, allerdings reichen diese bei weitem nicht aus. Aber was kann man tun? Wir haben mit einer Kita in unserem Kiez gesprochen. Lesen Sie in diesem Beitrag mehr darüber.

5 Gehminuten von unserem Büro entfernt, inmitten von Parks, Wasser und Wald, liegt die Kita Knirpsenbude. Hier werden 185 Kinder im Alter von acht Wochen bis zum Schuleintritt betreut. Im Team der Kita arbeiten 33 pädagogische Fachkräfte, darunter vier Facherzieherinnen für Integration und fünf haustechnische Mitarbeiter*innen. Im Grunde eine typische Berliner Kita. Und am Beispiel dieser Kita wollen wir ein paar Fragen klären.

Wann gehen Kinder in die Kita und wie lang?

Die Aufnahme von Kindern ist bei unserer Beispielkita ab einem Alter von acht Wochen möglich. Mit Eintritt in die Schule verlassen die Kinder die Kita. Je nach Entwicklungsstand können einzelne Kinder auch ein Jahr länger in der Kita bleiben. Dies kann in der Regel über einen Rückstellungsantrag erreicht werden. Dieses Vorhaben sollte rechtzeitig mit Schularzt, Schulamt und Kitaleitung besprochen werden.

Wie bewirbt man sich auf einen Kitaplatz?

Die Bewerbung erfolgt in der Regel über einen Anmeldebogen. Anmeldebögen können auf den Webseiten, persönlich oder per Post angefragt und ausgefüllt werden. Wenden Sie sich an Ihre Wunsch-Kita und fragen Sie, wie man sich dort für einen Kitaplatz bewerben kann. Oft ist es für die Verantwortlichen wichtig, dass Eltern sich regelmäßig melden und Ihr weiteres Interesse an einem Kitaplatz bekunden. Es geht darum proaktiv zu handeln.

Wann und wie werden Kitaplätze frei?

Kitaplätze werden in der Regel zum Ende des Kitajahres am 01.August jeden Jahres frei. Die Belegung erfolgt ab dann schrittweise. In Einzelfällen können auch im laufenden Jahr Kitaplätze frei werden. Dies passiert meist, wenn Eltern an einen anderen Ort ziehen. Jede Kita verfügt über eine Betriebserlaubnis, welche auch regelt, wie viele Kinder aufgenommen werden können. Ob diese Zahl auch wirklich ausgeschöpft werden kann, hängt in der Praxis oftmals vom verfügbaren Personal ab.

Wie erfolgt die Vergabe von Kitaplätzen?

Bei der Vergabe von Kitaplätzen wird zum Beispiel auf die Altersklassen geachtet. Somit wird eine ausgewogene Altersmischung innerhalb der Kita gewährleistet. Außerdem gibt es noch andere Aufnahmekriterien. Hier ein paar Beispiele:

  • Alter des Kindes
  • Geschwisterkinder in der Kita
  • Einschulungsjahr
  • Arbeitsaufnahme der Eltern

Was ist eine Vormerkliste und wie funktioniert diese?

Eine Vormerkliste erfasst die gesamten Anmeldungen für Plätze in einer Kita. Hier gibt es keinen einheitlichen Standard und jede Kita geht damit anders um. In manchen Fällen geht es nach dem Datum der Voranmeldung und in anderen Fällen ist das persönliche Engagement der Eltern wichtig. Das ist von Kita zu Kita verschieden und sollte im besten Fall einfach erfragt werden.

Nach welchen Kriterien sollten Eltern eine Kita auswählen?

Eltern sollten immer nach ihrem Gefühl gehen, denn nur Sie wissen was für das eigene Kind und die Entwicklung am besten ist. Wenn Eltern einen Besichtigungstermin mit den Kitas ausmachen, sollten Sie vor Ort Ihre individuellen Wünsche ansprechen und sich beraten lassen. Auf folgende Punkte kann man achten:

Wohnort und Zeiten

Die Nähe zum eigenen Wohnort kann ein Kriterium sein. Liegt die Kita auf dem Arbeitsweg oder muss man einen großen Umweg fahren? Wohnen Verwandte in der Nähe falls einmal nötig? Auch die Öffnungszeiten sind interessant. Ist man berufstätig, sind die Öffnungszeiten besonders wichtig. Auch wichtig ist, wie flexibel die Kita mit möglichen Überschneidungen umgeht. Die Kita Knirpsenbude, zum Beispiel, hat von 06:00 Uhr bis 18:00 Uhr geöffnet.

Betreuung und Konzept

Jeder möchte nur das beste für sein Kind, doch individuelle Betreuung hat viele Gesichter. Man kann auf die Stärke und Zusammensetzung der Gruppe achten. Weitere Kriterien könnten die Erzieher, Bezugspersonen und der Betreuungsschlüssel sein. Erzieher sollten nicht nur liebevoll und respektvoll mit den Kindern umgehen, sondern auch ein offenes Ohr für die Eltern haben.

Das (pädagogische) Konzept der Kita ist ein interessanter Punkt. Es kann eine Kneipp-Kita, Waldorf-Kita, Sprach-Kita, bewegungsbezogene Kita, Montessori-Kita oder andere sein. Eltern sollten sich Ihr eigenes Bild machen und sich vorher über den Anspruch der Kita, und wie dieser im Alltag vermittelt wird, informieren. Auch der Träger der Kita kann ein Punkt sein. Für die Anmeldung ist es wichtig, ob die Kita einen staatlichen oder privaten Träger hat. Das hat Einfluss auf Anmeldezeiten, Kriterien und auch die Kosten, die für die Betreuung anfallen. Eltern sollten sich über die Kosten informieren. Zum Beispiel, ob Mahlzeiten oder Materialkosten zusätzlich bezahlt werden müssen.

Angebot und Ausstattung

Welchen Eindruck macht die Kita? Ist die Ausstattung kindgerecht und gibt es einen Außenbereich, der zum Spielen einlädt? Gut sind auch Rückzugsmöglichkeiten für Kinder, beispielsweise zum Schlafen, Ausruhen oder Lesen. Auch die Ausstattung der Toiletten und Waschräume, also die Hygiene ist wichtig. Eltern sollten sich im Rahmen einer Besichtigung Ihr eigenes Bild machen. Darüberhinaus bieten viele Kitas tolle zusätzliche Angebote an. Zum Beispiel: Sport und Bewegung, Musik, Spielen und Basteln, Yoga, Kochen, Tiere, Gärtnerei, Eltern- und Nachbarschaftstreffen. Eltern sollten selbst entscheiden, was sich für das eigene Kind lohnt und was nicht.

Die Kita Knirpsenbude zum Beispiel, ist als berlinweit erste YoBEKA-Kita zertifiziert. YoBEKA ist die Kombination aus Yoga, Bewegung, Entspannung, Konzentration und Achtsamkeit. Dieses ganzheitliche Konzept fördert das ganzheitliche Lernen, die motorischen und mentalen Fähigkeiten sowie das respektvolle Miteinander in der Kita. Auch die Versorgung der Kinder kommt frisch auf den Tisch. Speisen und Getränke werden täglich frisch in der hauseigene Küche angefertigt. Außerdem gibt es viele zusätzliche Angebote und Ansätze wie Eltern-Kind-Gruppen und einen Nachbarschaftstreff. Das ist nur ein Beispiel für eine gute und gesunde Form der Betreuung.

Wie ist die aktuelle Situation in Berlin?

Es gibt zu wenig Kitaplätze in Berlin. Eltern haben es teilweise schwer einen Platz zu finden oder Sie haben keine große Möglichkeit zur Auswahl. Viele Eltern sind überhaupt froh einen Kitaplatz zu bekommen, auch wenn es nicht die Kita ihrer ersten Wahl ist. Es gibt also zu wenig Plätze und auch zu wenig ausgebildetes Personal. Bis 2021 werden weitere 4.000 Fachkräfte benötigt. Damit neue Plätze entstehen, unterstützt der Senat Träger mit Fördersummen. Doch der Weg ist weit. Oftmals ist es schon schwer einen geeigneten Standort zu finden. Entweder es fehlt an passenden Immobilien oder die Mietpreise sind für freie Träger einfach zu hoch.

In Berlin werden derzeit 173.400 Plätze in Kitas und Kindertagespflege angeboten. Das sind rund 4.000 Plätze mehr als noch im Vorjahr. Auch die Zahl der Kita-Fachkräfte ist gestiegen. In den letzten 5 Jahren im Schnitt um 1.100 Fachkräfte pro Jahr. Derzeit absolvieren mehr als 10.000 Personen eine Erzieher-Ausbildung in Voll- oder Teilzeit. Doch der Bedarf ist trotzdem höher als das Angebot.

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend veröffentlicht dazu regelmäßig die Broschüre „Kindertagesbetreuung Kompakt“ mit Informationen über den Ausbaustand und Bedarf in der Kindertagesbetreuung. Außerdem stellt das Ministerium auf seiner Internetseite eine Vielzahl in Informationen rund um das Thema Kinderbetreuung zur Verfügung. Hier finden Sie auch alle Eckdaten über das neue „Gute-Kita-Gesetz“ welches im Januar 2019 in Kraft getreten ist.

Was tun?

Zugegeben, die Kitaplatzsuche kann nervig sein, doch es ist nicht unmöglich einen Platz zu finden. Um die Chancen zu verbessern, möchten wir ein paar einfache Hinweise geben:

Der frühe Vogel

Natürlich spielen noch andere Faktoren als nur schnell zu sein eine Rolle. Doch es kann nicht schaden, sich bereits während der Schwangerschaft auf einen Kitaplatz zu bewerben. Achten Sie auf den Rhythmus wann Kitaplätze vergeben und wann Anmelde- und Wartelisten in der Regel geöffnet werden. Tipp: Weniger ist mehr – Bewerben Sie sich nicht wahllos bei vielen Einrichtungen im ganzen Stadtgebiet. Suchen Sie sich eine Handvoll Kitas in Ihrer Gegend und zeigen dort Ihr Engagement.

Gute Planung

Wer schreibt der bleibt. Lege Sie sich eine Liste an. Erfassen Sie was bei welcher Einrichtung wann wichtig ist. Anmeldefristen, Ansprechpartner, Details und Besonderheiten. Verschiedene Einrichtungen haben verschiedene Anforderungen. Manche wollen, dass man sich regelmäßig meldet, andere dagegen wünschen einen Rückruf nur dann, wenn man kein Interesse mehr hat. Notieren Sie das.

Proaktiv sein

Bleiben Sie am Ball. Wenn Sie es mit einer bestimmten Kita ernst meinen, dann zeigen Sie das auch. Sein Sie verbindlich und zuverlässig. Vorsicht: Übertreiben Sie es nicht, und sein Sie authentisch. Keine übertriebene Bewerbung mit Bewerbungsvideo, Basteleien und Kuchen. Mittlerweile sind viele Kitas genervt von diesen Bestechungsversuchen.

Chancen nutzen

Nutzen Sie Ihre Chancen. Kennen Sie jemanden der Sie empfehlen kann? Kitamitarbeiter*in, Freunde und Bekannte im Kita-Umfeld? Sicher darauf können nicht alle Eltern zurückgreifen, doch eine Versuch ist es immer wert. Haben Sie Bekannte deren Kind bereits in der Kita Ihrer Wahl ist? Dann begleiten Sie diese doch mal, wenn Sie ihr Kind abholen.

Nutzen Sie auch das Jugendamt. Nachdem alle Bewerbungen von den Kitas bearbeitet wurden, werden hier die frei gebliebenen Plätze gesammelt. Auch den Kitagutschein können Sie hier beantragen. Wenn das Kind in eine Kita gehen soll, braucht man dafür einen Kitagutschein. Damit wird der Betreuungsbedarf des Kindes festgestellt. Also wie viele Stunden am Tag ein Kind betreut werden kann. Warten Sie mit der Beantragung nicht bis kurz vor Ende der Frist. Informieren Sie sich auch über Ihren Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz. Das Jugendamt kann ein guter Ansprechpartner sein.

In eigener Sache

Wir wünschen allen Betroffenen von Herzen viel Erfolg bei der Suche nach einem Kitaplatz. Natürlich können wir keine Kitaplätze zaubern, doch mit diesem Artikel wollen wir Verantwortung übernehmen und einen Teil dazu beitragen. Für uns gehört dazu auch die Hilfe rund um das Thema Immobilien. Wir informieren zum Beispiel über Themen wie Kauf, Verkauf, Miete, Wertermittlung oder was mit Immobilien bei Erbschaft oder im Fall einer Scheidung passiert. Machen Sie sich Ihr eigenes Bild und sprechen Sie uns an. Wir helfen gerne, denn wir wissen: Das Vertrauen zählt!